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Karrieren bei Zapp
Kirstin Koch - Einsatz im Ausland

Es war, als ob ich nach Hause komme Kirstin Koch hat ihre Ausbildung in Ergste gemacht, arbeitete zunächst im Vertrieb in Ergste und anschließend für zwei Jahre in Stratford in den USA. Anschließend ging sie aus privaten Gründen nach Berlin und wechselte dabei den Arbeitgeber, weil es dort keine Zapp-Niederlassung gibt. Nun arbeitet sie wieder für Zapp in Stratford, aber inzwischen mit einem US Vertrag. Wir konnten sie an ihrem neuen, alten Arbeitsplatz sprechen.

Hotwire (HW): Haben Sie sich inzwischen eingelebt?
Kristin Koch (KK): Das war ja nicht so schwer. Ich bin ja nur ein Jahr weg gewesen und habe in der Zeit den Kontakt zu den Kollegen hier nie abreißen lassen. Als mich Byron Ress Mitte letzten Jahres dann fragte, ob ich mir vorstellen könnte, wieder zurückzukommen, musste ich nicht lange überlegen. Kurz danach bekam ich einen Anruf von Herrn Dr. Greiner und dann ging alles ganz schnell.

HW: Aber mit einem US-Vertrag und nicht wie beim ersten Mal mit einem deutschen.
KK: Ja, das war emotional betrachtet schon ein Unterschied, das wirkte irgendwie so endgültig. Das haben auch meine Eltern und Freunde so empfunden. Andererseits ist Zapp eine deutsche, doch auch international aufgestellte Firma. Das heißt, rein rational betrachtet ist es eigentlich egal, ob ich einen deutschen oder einen US-Vertrag habe. Und im Zeitalter von Internet und sozialen Netzwerken ist es ja auch nicht mehr so schwer, Kontakte nach Deutschland zu pflegen, auch wenn klar ist, dass man sich wahrscheinlich nur einmal im Jahr trifft.

HW: Was sind Ihre Aufgaben in Stratford?
KK: Neben den standortspezifischen Aufgaben für das Büro in Stratford habe ich nun auch standortübergreifende Tätigkeiten. Ich koordiniere zum Beispiel die Bestellungen der verschiedenen Service Center (SC) an die Produktion in Dartmouth. So soll vermieden werden, dass dort mehrfach im Jahr kleinere Bestellungen eingehen. Wenn ein SC ein bestimmtes Produkt benötigt, werde ich versuchen die Bedarfe der verschiedenen SC zu poolen. Das spart Kosten und Logistikaufwand in Dartmouth.

HW: Aber bei Ihrer Rückkehr in die USA gingen Sie nicht sofort nach Stratford.
KK: Nein, ich wurde gebeten, zunächst in Chicago beim Aufbau des neuen Service Centers des Tooling Alloy Bereiches zu helfen. Zum einen, weil ich ja bei meinem ersten USA-Aufenthalt beim Aufbau der Niederlassung in Stratford dabei war, zum anderen, weil ich mich mit SAP gut auskenne, die neuen Kollegen schulen konnte und nicht zuletzt, weil ich Deutsche bin. Bei Rückfragen war es dann einfacher, wenn ich zum Beispiel mit den "SAP-Kollegen" in Schwerte telefonierte. Auf der anderen Seite war es schon eine Herausforderung, denn in Chicago musste ich mich in einen für mich völlig neuen Produktbereich einarbeiten. Aber ich denke, wir haben die Aufgabe als Team gut gemeistert.

HW: Wie waren denn die Rückmeldungen der Kollegen in Chicago?
KK: Ich glaube, sie waren froh, dass ich länger vor Ort war. Es war einfach etwas anderes, als wenn ich kurz für eine SAP-Schulung da bin und anschließend wieder an einem anderen Standort arbeite. So konnten wir über einen längeren Zeitraum gemeinsam das neue Büro aufbauen und alle Abläufe etablieren. Für mich war es dabei sicher hilfreich, dass ich inzwischen viele Menschen bei Zapp kenne. Ich habe schließlich seit 2002 meine Ausbildung bei Zapp gemacht, im Vertrieb gearbeitet und bin an vielen Standorten gewesen. Da kennt man dann irgendwann die Abläufe in einem Unternehmen wie Zapp sehr gut und weiß immer, wen man bei Fragen ansprechen kann.

HW: Was hat Sie an den Aufgaben in den USA gereizt?
KK: Dass ich wieder nach Stratford gegangen bin, hat sicher damit zu tun, dass es dort einfach ein Team gibt, in dem ich mich wohl fühle. Das hat erst mal wenig damit zu tun, dass es ein US-Standort ist. Es ist außerdem ein kleiner Standort, da ist man für vieles verantwortlich und muss flexibler arbeiten als in großen Niederlassungen. Außerdem freue ich mich, dass ich Ansprechpartner für die Kollegen der SC und Büros in den ganzen USA bin.

HW: Sie kommen, wenn es brennt?
KK: Ach, so würde ich das nicht sagen. Ich springe ein, wenn gerade Not am Mann ist. Urlaub oder Krankheit können ja gerade an kleineren Standorten schon mal für einen Engpass sorgen. Oder wenn neue Kollegen eine SAP-Schulung benötigen, bin ich da. An größeren Standorten helfen sich die Mitarbeiter ja auch gegenseitig, hier geschieht das eben standortübergreifend. Manches kann ich von Stratford aus machen, manchmal gehe ich aber eben auch für einige Zeit an einen anderen Standort.

HW: Was ist der größte Unterschied zwischen den USA und Deutschland?
KK: Beruflich sicherlich, dass man sich hier grundsätzlich mit dem Vornamen anredet, selbst Kunden. Man wird sich zwar mit "Vorname Nachname" vorgestellt, aber den Familiennamen nutzt im Gespräch niemand. Das heißt nicht, dass der Respekt voreinander nachlässt. Ein Vorgesetzter ist natürlich derjenige, der das Sagen hat, selbst wenn ich ihn mit seinem Vornamen anrede. Aber dennoch, es schafft im Umgang eine andere Stimmung. Im Privaten hat es mir sicher geholfen, dass ich gerne Volleyball spiele. So habe ich schnell neue Kontakte geknüpft und Freunde gefunden. Das ist dann genauso wie in Deutschland: gemeinsame Interessen verbinden.

HW: Vielen Dank für das Gespräch!